Diözesan-Caritasverband Speyer, 27.01.2016

Mobil mit gespendeten Fahrrädern

Fahrradwerkstatt im Caritas-Förderzentrum St. Martin in Ludwigshafen hofft auf Spenden

Das Caritas-Förderzentrum St. Martin für wohnsitzlose Männer in Ludwigshafen hat eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. „Chef“ darin ist Jürgen Berberich, ein Bewohner des Hauses. Die Werkstatt gehört zum Verbund „Mit Rad und Tat“ in Ludwigshafen und hat das Ziel, Flüchtlingen und sozial benachteiligten Menschen ein eigenes Fahrrad zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus geht es aber für Leiter Stefan Syren des Caritas-Förderzentrums St. Martin auch darum, den Bewohnern des Hauses im Hinblick auf ihre Tagestruktur eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten. So dürfen und sollen die Empfänger der Fahrräder Jürgen Berberich unterstützen, indem sie die gespendeten Fahrräder selbst herrichten.

 

„Bisher haben wir noch nicht genügend Fahrräder gespendet bekommen“, bedauert Stefan Syren. Er rechnet aber damit, dass sich das ändert, sobald das Angebot be-kannter wird. Pfarrer Stefan Bauer, Mitorganisator des „Treff Global“ im Hemshof, hat dafür Platz geschaffen. Im Gemeindehaus der Apostelkirche können die Fahrräder abgegeben werden.

Die reparierten Fahrräder werden nicht umsonst weitergegeben, betont Hannele Jalonen, Integrationsbeauftragte der Stadt Ludwigshafen. Entweder kosten sie zehn Euro, oder die Empfänger legen bei der Reparatur selbst Hand an. So verlangt es die Konzeption von „Rad und Tat“, die für alle Fahrradwerkstätten in Ludwigshafen gilt. Für Stefan Syren hat das vor allem Vorteile, unter anderem: „Die Menschen möchten ja etwas tun und raus aus der Almosensituation.“

„Rad und Tat“ hat verschiedene Ziele: So werden die Flüchtlinge mobil in der Stadt, lernen die Stadt kennen und können Sprachkurse besuchen. Flankierend gibt es die Möglichkeit der Verkehrserziehung. Sozial benachteiligte Menschen haben die Chance auf Teilhabe in der Stadt und diejenigen, die in der Werkstatt arbeiten, führen eine sinnvolle Arbeit aus.

Jürgen Berberich auf jeden Fall ist froh über die Werkstatt. Der gelernte Elektriker repariert Fahrräder, seit er zwölf Jahre alt ist. Er macht alles, was mit überschaubarem finanziellem Aufwand zu machen ist – Bremsen, Beleuchtung, Reifen und Fahrrad-schläuche beispielsweise. Für knifflige Aufgaben hat er „ein schlaues Buch“, in dem alles genau beschrieben ist. „Aber bisher hab‘ ich noch jedes Fahrrad hinbekommen“, sagt er. Dass er die Werkstatt mit so viel Engagement betreut, ist laut Stefan Syren ein „Glücksgriff“.

Möglich geworden ist die Einrichtung dank einer Nachlassspende. Der Betrieb wird finanziell unterstützt durch eine Spende der BASF SE. „Das gemeinsame Wirken von Ehrenamtlichen, sozial benachteiligten Menschen und Flüchtlingen ist für uns dabei ganz zentral“, betont Beate von Borcke vom Bereich Spenden und Sponsoring der BASF SE.

Durch die Errichtung der Fahrradwerkstatt  wird der Platz auf dem Gelände von St. Martin so langsam knapp: So gibt es bereits den „kleinen Martin“, eine Hütte, in der Bewohner Holzarbeiten durchführen können, sowie einen Spieletreff; darüber hinaus haben die Männer die Möglichkeit, sich in der Hauswirtschaft oder bei der Grünflächenarbeit einzubringen.

Info
Wer ein Fahrrad spenden möchte, kann es montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr  im Gemeindehaus der Apostelkirche, Rohrlachstraße 68, Ludwigshafen, abgeben. Infos gibt es unter Telefon 0621 / 513175

Bildunterzeile: Leiter Stefan Syren (rechts) und Jürgen Berberich in der Fahrradwerkstatt des Caritas-Förderzentrums St. Martin in Ludwigshafen

Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer / Brigitte Deiters